1965 bis 1988

1967 In Winterthur Umzug in eine neues Atelier (genannt «grenier») an der Stadthausstrasse 87.

1968 Tod von Emma Zehnder-Tanner, der zweiten Frau des Vaters. Die Winterthurer Wohnung an der Oststrasse 8 ist damit verwaist. Die Freundschaft mit Nelly Rimensberger wandelt sich zu einer fürsorglichen Lebensgemeinschaft, die bis zum Tode von Rudolf Zender dauert. In diesen Jahren bewohnt Nelly das auf manchen Bildern zu sehende rote Haus in Richterswil.

1971 Unfall, gebrochene Schulter.

1973 Ausbau des «Stöckli» in Oberwil. Nelly wohnt nun bei der Familie ihrer Tochter Pieternel in Oberwil bei Nürensdorf. Malerisch erschliesst sich hier ein neuer Blick in die Zürcher Landschaft mit ihrem typischen Grün.

1977 An die Badekuren in der Toscana schliessen sich nun mehrere Aufenthalte in Rom an; es entstehen Aquarelle des Forum Romanum und anderer römischer Stadtmotive.

1980 Ehrengabe des Regierungsrates des Kantons Zürich.

1982 Zender muss das Atelier an der Rue Beaunier in Paris aufgeben. Ein Umbau findet statt, aber auch das Treppensteigen hinauf in den sechsten Stock ist immer beschwerlicher geworden. Damit verliert er den Boden in der Stadt Paris, der er über sechs Jahrzehnte innerlich zutiefst verbunden war. Rückzug nach Oberwil. Die Schaffenskraft lässt allmählich nach, doch die Lebensfreude bleibt.

1983 Sendung im Schweizer Fernsehen über Rudolf Zender.

1984 Nelly Rimensberger und Rudolf Zender verbringen fortan einige Wintermonate im südlichen Ascona, um der Winterkälte zu entfliehen; der Blick auf den Lago Maggiore und auf das Grau der alten Mauern von Ascona ist in den letzten Aquarellen eingefangen. Zender verlegt seinen Wohnsitz an die Neustadtgasse in Winterthur, um näher beim Atelier und der ärztlichen Betreuung zu sein.

1986 «Ständiger Ehrengast» der ETH Zürich. Diese Ehrung betrifft sowohl das malerische Werk wie auch die Stiftung «Emil Friedrich Rimensberger», die Rudolf Zender zusammen mit Nelly Rimensberger am «Institut für Zeitgeschichte» der ETH errichtet. Nelly hat in jahrelanger Arbeit die etwa 12’000 Seiten der Tagebücher ihres verstorbenen Mannes (er war Sozialattaché an der schweizerischen Botschaft in Washington und tätig in der internationalen und schweizerischen Gewerkschaftsbewegung) kopiert und geordnet, ein Zeitdokument hohen Ranges. Nach einem Brand mit starker Russentwicklung im oder ganz nahe des Ateliers, muss Rudolf Zender eine grössere Anzahl von nicht mehr wieder herstellbaren Bildern unter Aufsicht eines Versicherungsexperten verbrennen. Andere Bilder reinigt er selber mit feuchtem Brot. Die Versicherung vergütet ihm den Schaden.

1987 Aufgabe des Ateliers an der Stadthausstrasse in Winterthur und Umzug der Bilder an die Oststrasse. Zender ordnet mit letzter Kraft seine Ölbilder, versieht sie mit Titel, Datum und gelegentlich einem Kommentar.

1988 In den letzten Monaten sagt er einmal: «Ich mag dä Zender eifach nümme wiiter schleppe».

Rudolf Zender stirbt am 24. November in Winterthur.